Ein Rückblick:

 

Mit 15 Jahren begann ich- eher durch einen Zufall- mit dem Malen von Landschaften. 
Die junge Malerin Hanne Petrick (Altenkirchen) hatte mich auf die Insel Rügen eingeladen, um dort meine Ferien zu verbringen. 
Sie traf sich dort mit Malern aus Leipzig, um an der Steilküste zu arbeiten. 
Ich ging natürlich mit und bekam einfach eine Staffelei, Pappe, Pinsel und Ölfarben in die Hand gedrückt. 
Das war alles unglaublich spannend für mich, auch wie anschließend über die entstandenen Bilder aller Beteiligten gesprochen wurde. Mit Kritik wurde nicht gespart.

Damit öffnete sich für mich die Tür zur Kunst. Ich hatte mir immer alles sehr kompliziert vorgestellt. Welche Gerätschaften sollte man mit sich herumschleppen, um ein einziges Bild zu malen? Warum überhaut draußen malen? Es war doch einfach zu skizzieren mit Block und Bleistift und dann zu Hause in Ruhe alles in Form bringen. Aber nein! Pleinair- das ist ein außergewöhnliches Erlebnis! Schon allein, dass ich mich inmitten der Natur befand- bei Sturm, Regen oder Dämmerung- ich lernte schnell die Verschiedenartigkeit der Landschaft kennen, in Abhängigkeit von der Tageszeit, Jahreszeit, vom Wetter und natürlich auch von meiner eigenen Stimmung. Ich war überwältigt, wie man so Staunen konnte über die Dinge, die einen doch ständig umgaben. Aber fortan staunte ich mit. Ich sah Farben, Farben sich verändern, Kontraste, Schatten, Strukturen, Linien. Die Landschaften breiteten sich vor mir aus und boten alles, was ich zum Malen brauchte. Ich fand so viele Anregungen, so viele Kompostionsideen, dass es mir unerschöpflich schien. 

Ich bin von 1979 bis 1983 regelmäßig an die Küste gefahren und habe viele Pastelle und Ölbilder produziert. 
Von 1981 bis 1985 studierte ich an der Pädagogischen Hochschule in Erfurt Mathematik und Kunsterziehung. Ich übte meinen Beruf bis 2013 aus, habe aber immer auch selbst künstlerisch weiter gearbeitet. Mit Schülergruppen führte ich viele Pleinairs durch. 
Seit 1997 entstanden zahlreiche, kräftig farbige Landschaftsbilder im Weserbergland (Niedersachsen).

© 2018 by Anne Preuß, Potsdam